Tag 6, Samstag, 4. Juli 2026
Der Aufbruch von meinem B&B beginnt mit einem steilen Aufstieg zur Straße, von der ich hergekommen bin. Zunächst Strampler ich die 17 km bis nach Arendal. Schon am Ortseingang kommen mir dort rudelweise Radfahrende in z.T. abenteuerlicher Kleidung entgegen, die auf einen US-amerikanischen Hintergrund schließen lässt. Es sind auch viele Tandems dabei.
Ich tippe auf eine Art Wettbewerb. Später stellt sich im Gespräch mit Teilnehmenden heraus, dass es „lediglich“ eine organisierte Schiffs-/Radreise ist. Die Leute, tatsächlich fast alles Us-Amerikaner/innen, haben ihre Basis auf dem kleinen Kreizfahrtschiff „Star Legend“. Das Fans von Actionfilmen vielleicht noch ein Begriff als Dreh- und Handlungsort aus dem Film „Speed 2“ mit Sandra Bullock u.a.!
Die große Dreifaltigkeitskirche in Arendal ist auch wieder zu, was aber wohl auch mit Renovierungsarbeiten zu tun hat. Also fahre ich weiter nach Fevik. Dort mache ich Mittagspause in einem kleinen schattigen Park, der sich beim Betreten als Hügelgräberfeld herausstellt. Es zählt 27 Hügelgräber aus der Wikingerzeit, dabei wohl auch Häuptlingsgräber. Ein eigenartiger Ort mitten im Kleinstadtleben! Leider erkennt man auf dem Bild die Gräber kaum, wegen des diffusen Streulichts.



In Grimstad treffe ich dann tatsächlich auf eine OFFENE Kirche, die damit sogar noch Werbung macht. Es ist die zweitgrößte Holzkirche Norwegens und bietet 1150 Sitzplätze! Eines der Kleinode ist das größte Kirchenschiff Norwegens: Ein Modell der „Guldregen“ (=“Goldregen“), einem Dreimaster, welches in Grimstadt seinen Heimathafen hatte. Hier habe ich eine Verbindung von „Kirche und Küste“ vor Augen. Ein anderes Zeichen für diese Verbindung ist die Kirche selbst! Denn sie thront auf einem Hügel über der Stadt und ist so bis zum heutigen Tag ein deutliches Seezeichen! Auch so kann Christentum Orientierung bieten!



Hinter der Kirche schaut ein beeindruckendes Denkmal für die gefallenen norwegischen Seeleute der beiden Weltkriege auf die Stadt. Es zeigt eine junge Frau, die drei Friedenstauben in die Welt entlässt..Auf der Basis sind Steinreliefs mit Szenen aus dem Leben dieser Seeleute zu sehen, u.a der Abschied von Zuhause, aber auch die Trauer bei der Nachricht über ihren Tod. Leider wurden die meisten dieser Seeleute durch deutsche Kampfhandlungen getötet. Das berührt mich als Deutschen immer sehr, auch wenn ich persönlich nicht daran Anteil hatte!
Am Ende eines langen Tages komme ich gegen 20.30 Uhr im „Hamre Familiecamp“ kurz vor Kristiansand an. Damit habe ich meinen kleinen Rückstand der vergangenen Tage wieder aufgeholt.
Tagesleistung; 91 km (mit Umwegen,), in 8 1/4 Stunden.reiner Fahrtzeit
Viele Grüße von der Tour und bleiben Sie behütet!

